Die Katzenseiten   3

Es fällt mir immer furchtbar schwer, solche Verlustmeldungen und Nachrufe zu schreiben und ich hoffe, es lange nicht mehr tun zu müssen. Bei Roxy und Sir Moorley habe ich es sogar fertig gebracht, eine Art "Todesanzeige" zu verfassen und auch zu versenden. Das hat mir geholfen, meinen Schmerz zu bekämpfen und mit meiner Trauer fertig zu werden.

Ich wollte für alle meine bereits verstorbenen Katzen und Kater eine Geschichte schreiben über deren Leben. Aber ich zögere das immer wieder hinaus, weil ich ganz sicher bin, dass dann viele Tränen fliessen werden, und davor fürchte ich  mich.....  Mit der Erinnerung und
den Tränen wird auch der Schmerz wieder zurückkommen beim Schreiben.....

Denn jedesmal, wenn eines meiner Kätzchen über die Regenbogenbrücke geht, geht ein Stück meines Herzen mit ihm!
 

 

Aber Sir Moorley‘s und Roxi‘s Nachruf kann ich, so wie sie waren, doch auch hier übernehmen. Sie sollen auch auf den erneuerten „Katzenseiten“ ihren Platz finden. Beide Kater waren auf ihre Art aussergewöhnlich und verdienen es, auf diese Weise geehrt zu werden.

Die nun folgenden Textteile übernehme ich in einem Stück von den alten Katzenseiten, damit ich diese traurigen Kapitel nicht noch einmal schreiben muss....

Verlustmeldung 8/2003: Das liebe Schmusekätzchen GRISI ist am 2.8.2003 leider auch über die Regenbogenbrücke gegangen. Sie musste wegen einer HYDRONEPHROSE eingschläfert werden, ihre Nieren waren um das 25 – 30-fache (!!!) vergrössert und drohten den Bauchraum zu sprengen. Diese Krankheit ist äusserst selten und heimtückisch, man erkennt sie nicht sofort, es dauert lange, bis sie sichtbar wird und dann ist es meist zu spät. Es gab bedauerlicherweise keine Hilfe mehr für Grisettchen. Sie war doch noch so jung und ich konnte es nicht fassen, dass ich sie schon verlieren sollte. Aber quälen und dahinsiechen lassen wollte ich sie auch nicht, nur, damit ich sie noch etwas länger behalten könnte. Ich musste sie also gehen lassen, bevor ihre Schmerzen unerträglich wurden. Liebevoll umarmt und gestreichelt bis zur letzten Sekunde ist sie für immer eingeschlafen.

 

Sie wird zusammen mit allen anderen meiner bereits verstorbenen Katzen hinter der Regenbogenbrücke auf mich warten, spielen und glücklich sein, bis ich alle meine Kätzchen einmal dort abholen werde.

 

 

Verlustmeldung 9/2004: Am 21.9.2004 hat auch unser allerliebster, kuscheligster Schmusekater MUTZ seinen letzten Weg über die Regenbogenbrücke angetreten. Er war ja schon sehr betagt und sein altes Herz hat es schliesslich nicht mehr geschafft. Vor einigen Tagen begann sich sein Bauch mit Flüssigkeit zu füllen und schwoll immer mehr an, trotz den vom Tierarzt verordneten Tabletten. Er atmete immer schwerer und bekam schliesslich kaum noch Luft. Da wusste ich, dass es nun Zeit war, ihn von diesem Leiden zu erlösen. Er bekam noch einmal sein Lieblingsfutter zum Mittagessen, welches er mit Genuss, aber nur noch ganz langsam verspeiste. Danach war ziemlich erschöpft und musste sich hinlegen.

 

Sehr, sehr schweren Herzens traten wir am späten Nachmittag den traurigen Gang zum Tierarzt an. Der machte noch ein Röntgen, um ganz sicher zu gehen, untersuchte ihn eingehend. Und musste leider bestätigen, dass es keine Hoffnung mehr gab für Mutz. Sein Herz war stark ausgeweitet und schlug nur noch sehr unregelmässig, sein Atem ging nur noch röchelnd. Man hätte ihn wohl mit Tabletten und Spritzen noch ein paar Tage am Leben halten können, aber es wäre für ihn eine Qual gewesen.

 

Mutz ist friedlich und ohne Schmerzen in meinem Arm eingeschlafen, seine Pfötchen um meinen Ellenbogen gelegt und sein Gesicht in der Armbeuge vergraben, wie er es immer tat, wenn ich ihn hielt und streichelte. Schnurrend, wie immer in meinem Arm....  bis zum letzten Atemzug.

 

Jetzt schnurrt und spielt er fröhlich und ohne Schmerzen im Regenbogenland mit seinen Vorgängern und wartet mit ihnen dort auf mich.

 

 

Sir Moorley        23.6.2000

 

Unser geliebter „Murli-Kater“ ist nicht mehr. Nicht nur Menschen, auch Tiere hinterlassen eine tiefe, unausfüllbare Lücke, wenn sie nicht mehr da sind. Auch wenn man schon lange vorher weiss, dass es „bald soweit“ sein wird, trifft es am Ende doch sehr hart. Der liebe Murli hat seine heimtückische Krankheit (Schmerzen hatte er wohl keine, sonst wäre er nicht bis fast an’s Ende so fröhlich gewesen!)  fast zwei Jahre lang mit echter Würde und Noblesse getragen, er war immer schon der wahre Aristokrat unter meinen Katzen! Sein Benehmen und seinen Charakter kann man nur als „vornehm und edel“ bezeichnen, er war immer liebenswürdig, freundlich und aussergewöhnlich intelligent. Kein anderes meiner Tiere verstand so viele „Menschenworte“ und konnte sich selbst so klar und doch so vornehm zurückhaltend mitteilen wie er. War es vielleicht diese ungewöhnliche Intelligenz, die ihn dazu bewog, seinen Lieblingsplatz immer neben oder auf Büchern zu wählen? Verbarg sich im Körper dieses edlen Tieres die Seele eines Gelehrten oder Philosophen? Sogar seine besonders elegante Art, sich zu bewegen, war „aristokratisch“. Er war eben ein echter „Sir“, von der Nasen- bis zur Schwanzspitze! Und eine Schönheit war er auch. Sein Fell glänzte wie poliertes Ebenholz und seine wunderbaren, ausdrucksvollen Augen leuchteten wie reinster Beryll. In ihnen lag die Würde und die Weisheit von tausenden Jahren Katzenleben.....

 

Leb wohl, mein allerliebster schwarzer Kater. Du wirst für immer unvergessen sein und das Bild, das ich von Dir gemalt habe, sieht mich täglich an – es wird nicht das letzte sein! Nicht umsonst habe ich vor Jahren schon meiner Galerie Deinen Namen gegeben: Chat Noir, schwarze Katze.

 

Ich wünsche mir, dass unsere verwandten Seelen sich dereinst in einer besseren Welt wiederfinden mögen.

 

 Roxy          1.6.2001

 

 

.... und wieder ist ein Mitglied unserer Katzenfamilie von uns gegangen! Ein rücksichtsloser Autorowdy, der es nicht lassen konnte, sogar in einer abgelegenen Gasse am Dorfrand blind zu rasen, hat dem Leben des, fröhlichen, so lebenslustigen, noch so jungen Roxy ein jähes Ende bereitet.

 

Unser lieber Roxy, kaum ein Jahr alt durftest Du werden! Von Deinen ersten 4, 5 Lebensmonaten wussten wir nichts, doch es dürfte Dir gar nicht gut gegangen sein. An einem Tag im späten November bist Du vor unserer Türe gesessen, klein, furchtbar mager, sehr hungrig und durstig, verletzt und krank, aber kein bisschen ängstlich. Mit allergrösster Selbstverständlichkeit bist Du ins Haus spaziert, als die Türe geöffnet wurde, als wärst Du immer schon da gewesen. Zutraulich und dankbar hast Du angenommen, was wir Dir zu bieten hatten: Futter, ein warmes Plätzchen, gute Pflege, viele Streicheleinheiten und viel Liebe! Da wir doch schon so viele Katzen hatten, wollten wir Dich erst mal gesund pflegen und dann eine liebevolle Familie für Dich suchen. Aber Du hast unsere Herzen im Sturm erobert mit Deiner unbändigen Lebenslust und Fröhlichkeit, und als Du endlich wieder gesund warst, konnten wir Dich einfach nicht mehr hergeben. Du warst ein so wunderschöner, frecher, übermütiger, schrecklich neugieriger und lustiger Kater geworden, hast uns mit Deinen unglaublichen Spässchen immer wieder zum Staunen und Lachen gebracht, Du warst DER grosse Clown in unserer Katzengesellschaft und hattest immer den Schalk in Deinem süssen, besonders hübschen Gesichtchen.

 

Wir verdanken Dir so viele fröhliche Stunden, so viel Lachen und so viel Zärtlichkeit, und wir werden Dich sehr, sehr vermissen! Du bist nun im Katzenhimmel und wirst dort sicher viele nette Spielkameraden finden. Grüsse bitte alle jene, die auch einmal eine Zeitlang hier bei uns waren und sage Ihnen, dass wir keines von ihnen je vergessen werden, so wie Dich nicht, lieber Roxy, auch wenn wir nur so wenig, viel zu wenig Zeit auf Erden mit Dir verbringen durften!

 

Wenn die Zeit gekommen ist, dann sehen wir uns alle wieder im Paradies - denn ein „Paradies“ OHNE Katzen, das kann ich mir nicht vorstellen....

 

Leb wohl, lieber kleiner Roxy

Aber sie war sehr tapfer und geduldig, hat sich nur wenig bewegt, als ob sie wüsste, dass ihr das schadet. Nach gut 3 Wochen konnte sie wieder ohne Verband laufen, aber sie war nach wie vor sehr vorsichtig und kletterte nicht mehr so wild auf den Bäumen herum.

 

Da dachte ich, nun sei alles wieder gut und mein Prinzesschen wieder ganz gesund.... Leider habe ich mich getäuscht.

..... und wieder gab es Verlustmeldungen....

 

Noch trauriger und schmerzvoller als die vorhergehenden, weil schon viele Wochen vorhersehbar.

Kitty und Ramses

sind schliesslich ihrer schweren Krankheit (beide hatten ein Fibrokarzinom) erlegen. Kitty, mein geliebtes Prinzesschen, musste am 10.10.2005 über die Regenbogenbrücke gehen, Ramses, mein Pharaonen-Prinz, hat mich am 11.5.2006 verlassen.

Kitty wurde Anfang 2005 operiert, der Tierarzt entfernte ihr ein ca. Euro-grosses Fibrokarzinom an der rechten Schulter. Danach ging es ihr längere Zeit wieder sehr gut, bis sie sich im Mai am linken Hinterbein verletzte. Ihre Gelenke waren ja schon ziemlich altersschwach und es gab nur die Möglichkeit, das Bein ruhigzustellen, damit das Kniegelenk sich wieder erholen konnte. 3 Wochen lang musste sie den unförmigen Verband ertragen....